Ziel: Die Übung unterstützt dabei, Vergangenheit und Gegenwart nicht mehr als Gegensätze zu erleben, sondern sie kreativ miteinander zu verweben. Alte Erfahrungen verlieren so ihre isolierte Schwere und werden Teil eines neuen, tragenden Musters.
Material:
Ein kleiner, einfacher Webrahmen (Holzrahmen mit gespannten Kettfäden, gibt es günstig im Bastelladen oder online)
Alternativ: ein Stück stabiler Karton, in den oben und unten Schlitze eingeschnitten werden, um Fäden einzuspannen
Unterschiedliche Woll- oder Stofffäden in verschiedenen Farben (z. B. dunklere Töne für die Vergangenheit, helle oder kräftige Farben für die Gegenwart/Zukunft) Ablauf
Beschreibung:
Einführung (Rahmung) „Heilung ist kein gerader Weg, sondern ein Verweben. Vergangenheit und Gegenwart stehen nicht getrennt nebeneinander. Sie können miteinander verflochten werden, bis ein neues Muster entsteht – dein eigenes Heilungsgewebe.“
Kettfäden spannen (Grundstruktur) Die Klientin spannt die vertikalen Fäden im Webrahmen. Diese symbolisieren das Lebensgerüst – Körper, Atem, Herzschlag, das, was trägt.
Pendeln – Fäden einweben Die Klientin wählt abwechselnd: einen Faden, der die Vergangenheit symbolisiert (z. B. dunkler Ton), dann einen Faden für die Gegenwart (z. B. heller Ton). Beim Weben spricht die Coachin begleitend:„Du gehst zurück zu einer Erinnerung… du kommst wieder ins Jetzt. Hin und her. Vor und zurück. Und jedes Mal verwebst du beides miteinander. So entsteht etwas Neues.“
Muster sichtbar machen Nach einigen Reihen wird das Gewebe sichtbar. Die Klientin darf einen Moment innehalten und das Muster betrachten. Wichtig ist nicht die Perfektion, sondern die Erfahrung: Aus Gegensätzen entsteht etwas Verbindendes.
Symbolische Verankerung Die Coachin lädt ein: „Dieses Gewebe bist du. Es enthält Schmerz und Gegenwart, Dunkel und Licht – und doch ist es ein Muster, das dich trägt.“ Die Klientin kann das fertige Gewebe mitnehmen, als Erinnerung an ihre innere Arbeit. Vertiefende Reflexion (optional):
„Welcher Faden fühlt sich für dich gerade am stärksten an?“
„Wo erkennst du im Gewebe schon Stabilität?“
„Wenn du diesem Muster einen Namen geben würdest – wie hieße es?“
Erklärung für Coaches: Diese Intervention wirkt auf drei Ebenen:
Hypnosystemisch: Durch die Pendelbewegung (Vergangenheit ↔ Gegenwart) erlebt die Klientin Distanz und Integration zugleich.
Embodiment: Die Handlung des Webens macht den Prozess sinnlich erfahrbar – Hände, Augen, Körper sind beteiligt.
Symbolische Verankerung: Das Gewebe als fertiges Werkstück bleibt ein sichtbares Ankerobjekt, das den Heilungsprozess über die Sitzung hinaus begleitet.
Bonus-Variante: Wer keinen Webrahmen nutzen möchte, kann die Fäden einfach um einen Ast wickeln, sodass daraus eine Art „Lebens-Traumfänger“ entsteht – ebenfalls ein kraftvolles Bild.
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