Das Pendel – Gewebe

Das Pendel – Gewebe

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Setting:

1:1

Ziel:
Die Übung unterstützt dabei, Vergangenheit und
Gegenwart nicht mehr als Gegensätze zu erleben, sondern sie
kreativ miteinander zu verweben. Alte Erfahrungen verlieren
so ihre isolierte Schwere und werden Teil eines neuen,
tragenden Musters.


Material:

  • Ein kleiner, einfacher Webrahmen (Holzrahmen mit
    gespannten Kettfäden, gibt es günstig im Bastelladen oder
    online)
  • Alternativ: ein Stück stabiler Karton, in den oben und
    unten Schlitze eingeschnitten werden, um Fäden
    einzuspannen
  • Unterschiedliche Woll- oder Stofffäden in verschiedenen
    Farben (z. B. dunklere Töne für die Vergangenheit, helle
    oder kräftige Farben für die Gegenwart/Zukunft)
    Ablauf

Beschreibung:

  1. Einführung (Rahmung)
    „Heilung ist kein gerader Weg, sondern ein Verweben.
    Vergangenheit und Gegenwart stehen nicht getrennt
    nebeneinander. Sie können miteinander verflochten werden,
    bis ein neues Muster entsteht – dein eigenes Heilungsgewebe.“
  2. Kettfäden spannen (Grundstruktur)
    Die Klientin spannt die vertikalen Fäden im Webrahmen.
    Diese symbolisieren das Lebensgerüst – Körper, Atem,
    Herzschlag, das, was trägt.
  3. Pendeln – Fäden einweben
    Die Klientin wählt abwechselnd: einen Faden, der die Vergangenheit symbolisiert (z. B. dunkler Ton), dann einen Faden für die Gegenwart (z. B. heller Ton). Beim Weben spricht die Coachin begleitend:„Du gehst zurück zu einer Erinnerung… du kommst wieder ins Jetzt. Hin und her. Vor und zurück. Und jedes Mal verwebst du beides miteinander. So entsteht etwas Neues.“
  4. Muster sichtbar machen
    Nach einigen Reihen wird das Gewebe sichtbar. Die Klientin
    darf einen Moment innehalten und das Muster betrachten.
    Wichtig ist nicht die Perfektion, sondern die Erfahrung: Aus
    Gegensätzen entsteht etwas Verbindendes.
  5. Symbolische Verankerung
    Die Coachin lädt ein:
    „Dieses Gewebe bist du. Es enthält Schmerz und Gegenwart,
    Dunkel und Licht – und doch ist es ein Muster, das dich trägt.“
    Die Klientin kann das fertige Gewebe mitnehmen, als
    Erinnerung an ihre innere Arbeit.
    Vertiefende Reflexion (optional):
    • „Welcher Faden fühlt sich für dich gerade am stärksten an?“
    • „Wo erkennst du im Gewebe schon Stabilität?“
    • „Wenn du diesem Muster einen Namen geben würdest – wie hieße es?“
  6. Erklärung für Coaches: Diese Intervention wirkt auf drei Ebenen:
    • Hypnosystemisch: Durch die Pendelbewegung
      (Vergangenheit ↔ Gegenwart) erlebt die Klientin Distanz
      und Integration zugleich.
    • Embodiment: Die Handlung des Webens macht den
      Prozess sinnlich erfahrbar – Hände, Augen, Körper sind
      beteiligt.
  7. Symbolische Verankerung: Das Gewebe als fertiges Werkstück bleibt ein sichtbares Ankerobjekt, das den Heilungsprozess über die Sitzung hinaus begleitet.
  8. Bonus-Variante: Wer keinen Webrahmen nutzen möchte, kann die Fäden einfach um einen Ast wickeln, sodass daraus eine Art „Lebens-Traumfänger“ entsteht – ebenfalls ein kraftvolles Bild.

Eingereicht von:

Claudia Ruppel

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