Sondern…?

Sondern…?

Setting:

1:1

Ziel:

Zielfindung, positive Formulierung

Benötigtes Material:

Du benötigst kein Material

Beschreibung:

Bei keinem Reisebüro kann man einen Flug mit dem Zielflughafen „Nicht mehr dieses deprimierende Glasgow!“ buchen. Da muss man sich in der Regel etwas klarer und positiver äußern. Wenn Menschen von Therapeut*innen, Berater*innen oder Organisationsentwickler*innen nach ihren Zielen gefragt werden, wissen sie in der Regel sehr gut, was und wohin sie nicht wollen. Positiv zu sagen, was und wohin man will, ist oft sehr schwer. Ziele, die man kennt und benennen kann, sind aber sehr viel leichter zu erreichen als unbekannte und unbenannte Ziele.

Für Therapeut*innen ist es eine große Versuchung, dem Patienten die oft schwierige Arbeit des positiven Formulierens von Zielen zu sehr zu erleichtern. Wenn der/die Therapeut*in vorschnell (nämlich schon dann, wenn der/die Patient*in nur gesagt hat, was er/sie nicht will) meint, verstanden zu haben, was und wohin der/die Patient*in will, dann findet er sich nicht selten unversehens in dem Gefühl, dass er/sie mit seinem/ihrem „Kunden“ nicht mehr an einem Strang zieht. Diese Situation lässt sich wunderbar auf die verschiedensten Beratungssituationen übertragen.

Am einfachsten lässt sich diese Situation durch das Wörtchen „Sondern…?“ auflösen. „Sie wollen also nicht mehr xxx, sondern…?“ Man lässt den Satz offen und schaut den/die Patient*in freundlich interessiert und fragend an. Wenn draufhin der/die Patient*in eine weitere Variation dessen artikuliert, was er/sie nicht will, so lohnt es sich erneut, freundlich und interessiert zu fragen: „Hm, ja, Sie wollen als nicht mehr xxx, sondern…?“

Eingereicht von:

Sandra Brauer

Urheber:

Manfred Prior

Quelle:

https://www.carl-auer.de/minimax-interventionen

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