Heldenreise

Heldenreise

Eine Methode, mit der man Ängste überwinden kann

Setting:
1:1

Ziel:
Problemlösung, Selbstreflexion, Entscheidungsfindung

Benötigtes Material:
Du benötigst kein Material

Beschreibung:
Bei der Arbeit mit der Heldenreise begleitet der Coach seinen Coachee durch sein Leben, die als Heldenreise erzählt wird. Die Methode lebt davon, dass zwischen der Erzähler- und Heldenrolle gewechselt wird. Einerseits werden so verschiedene Perspektiven eingenommen, andererseits muss sich der Coachee ganz bewusst seinen Ängsten stellen.

Ausführlicher Ablauf der Heldenreise nach Joseph Campbell:

  1. Der Ruf des Abenteuers (Berufung): Erfahrung eines Mangels oder plötzliches Erscheinen einer Aufgabe
  2. Weigerung: Der Held zögert, dem Ruf zu folgen, beispielsweise, weil es gilt, Sicherheiten aufzugeben.
  3. Übernatürliche Hilfe: Der Held trifft unerwartet auf einen oder mehrere Mentoren.
  4. Das Überschreiten der ersten Schwelle: Er überwindet sein Zögern und macht sich auf die Reise.
  5. Der Bauch des Walfischs: Die Probleme, die dem Helden gegenübertreten, drohen ihn zu überwältigen – zum ersten Mal wird ihm das volle Ausmaß der Aufgabe bewusst.
  6. Der Weg der Prüfungen: Auftreten von Problemen, die als Prüfungen interpretiert werden können (Auseinandersetzungen, die sich als Kämpfe gegen die eigenen inneren Widerstände und Illusionen erweisen können)
  7. Die Begegnung mit der Göttin: dem Helden (oder der Heldin) wird die gegengeschlechtliche Macht offenbar.
  8. Die Frau als Versucherin: die Alternative zum Weg des Helden kann sich auch als vermeintlich sehr angenehme Zeit an der Seite einer (verführerischen) Frau offenbaren (vgl. Odysseus/Kirke)
  9. Versöhnung mit dem Vater: die Erkenntnis steht dem Helden bevor, dass er Teil einer genealogischen Kette ist. Er trägt das Erbe seiner Vorfahren in sich, bzw. sein Gegner ist in Wahrheit er selbst.
  10. Apotheose: In der Verwirklichung der Reise des Helden wird ihm offenbar, dass er göttliches Potenzial in sich trägt (in Märchen oft symbolisiert durch die Erkenntnis, dass er königliches Blut in sich trägt).
  11. Die endgültige Segnung: Empfang oder Raub eines Elixiers oder Schatzes, der die Welt des Alltags, aus der der Held aufgebrochen ist, retten könnte. Dieser Schatz kann auch aus einer inneren Erfahrung bestehen, die durch einen äußerlichen Gegenstand symbolisiert wird.
  12. Verweigerung der Rückkehr: Der Held zögert in die Welt des Alltags zurückzukehren.
  13. Die magische Flucht: Der Held wird durch innere Beweggründe oder äußeren Zwang zur Rückkehr bewegt, die sich in einem magischen Flug oder durch Flucht vor negativen Kräften vollzieht.
  14. Rettung von außen: Eine Tat oder ein Gedanke des Helden auf dem Hinweg wird nun zu seiner Rettung auf dem Rückweg. Oftmals handelt es sich um eine empathische Tat einem vermeintlich „niederen Wesen“ gegenüber, die sich nun auszahlt.
  15. Rückkehr über die Schwelle: Der Held überschreitet die Schwelle zur Alltagswelt, aus der er ursprünglich aufgebrochen war. Er trifft auf Unglauben oder Unverständnis und muss das auf der Heldenreise Gefundene oder Errungene in das Alltagsleben integrieren. (Im Märchen: Das Gold, das plötzlich zur Asche wird)
  16. Herr der zwei Welten: Der Held vereint Alltagsleben mit seinem neugefundenen Wissen und damit die Welt seines Inneren mit den äußeren Anforderungen.
  17. Freiheit zum Leben: Das Elixier des Helden hat die „normale Welt“ verändert; indem er sie an seinen Erfahrungen teilhaben lässt, hat er sie zu einer neuen Freiheit des Lebens geführt.

Quelle: Wikipedia

Heldenreisen im Alltag

Luke Skywalker, Bruce Willis und irgendwie auch Mr. Bean haben eines gemeinsam: Sie sind Helden. Sie werden in etwas verwickelt und es stellt sich ihnen eine große Aufgabe. Sie entscheiden sich zum Handeln und brechen zu einer abenteuerlichen Reise auf. Auf dieser Reise müssen sie viele Ängste und Widerstände überwinden, um letztendlich als Sieger aus der Sache herauszukommen.

Dieses Grundmuster einer Heldenreise lässt sich prima auf unser Leben übertragen: Auch wir müssen uns immer wieder Ängsten stellen, um uns weiter zu entwickeln. Immer wieder stellen sich uns Aufgaben, die wir anpacken müssen, um im Leben das zu bekommen, was wir erreichen wollen.

In der eigenen Heldenreise rettet man selbstverständlich nicht die Welt. Es geht darum, sein eigener Held in ganz alltäglichen Situationen zu sein. Alltägliche Heldenreisen können zum Beispiel das Entfernen einer Spinne aus dem Badezimmer, ein Besuch alleine im Supermarkt oder auch das Antreten eines neuen Jobs sein.

Michael und Annika Thiel beantworten in ihrem Podcast „Psychologen beim Frühstück“ folgende Fragen zur Heldenreise:

  • Wie schaffe ich das?
  • Was hindert mich daran, mich aus meiner Komfortzone zu bewegen?
  • Was sind die Voraussetzungen, um meine persönliche Heldenreise erfolgreich zu bewältigen?

Eingereicht von:
Benedikt Hüsch / Michael Thiel

Urheber:
Joseph Campbell

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