Braucht es wirklich noch einen Coach?

Braucht es wirklich noch einen Coach?

Braucht es wirklich noch einen Coach?

Am 28. August 2025 war es wieder so weit: Der Systemische Club öffnete seine Türen – dieses Mal mit der spannenden Leitfrage „Braucht es wirklich noch einen Coach?“. Impulsgeberin war Sandra Brauer, die die Teilnehmenden durch eineinhalb Stunden Austausch, Reflexion und lebendiger Diskussion führte.

Die Realität des Coaching-Markts

Sandra startete mit einem Blick auf die aktuelle Marktsituation: In Deutschland gibt es rund 14.000 ausgebildete Coaches – und noch einmal ein Vielfaches an Menschen, die sich ohne fundierte Ausbildung so nennen. Studien unter anderem vom Rauen Institut bringen hervor, dass nur etwa 10 % können ausschließlich vom Coaching leben können, viele sichern ihr Einkommen mit Trainings, Workshops oder Vorträgen.

Diese „Inflation“ an Coaches führt zu einem sinkenden Vertrauen in der Öffentlichkeit. Umso wichtiger wird die Frage: Wie kann ich mich abgrenzen und positionieren?

Positionierung und USP – mehr als ein Schlagwort

Im Austausch wurde schnell klar: Wer als Coach bestehen will, braucht ein klares Profil.

  • Welche Werte vertrete ich?
  • Welche Themen stehen für mich im Vordergrund?
  • Wofür möchte ich bekannt sein – und wofür nicht?

Möglichkeiten zur Differenzierung gibt es viele: Spezialisierung, regionale Fokussierung, nachhaltige oder wissenschaftlich fundierte Ansätze. Entscheidend bleibt, dass die eigene Haltung sichtbar wird und man sich klar von unseriösen Angeboten abgrenzt.

Selbstständigkeit: Zwischen Zweifel und Zuversicht

Neben Zahlen und Fakten ging es auch um persönliche Erfahrungen. Die Selbstständigkeit als Coach ist geprägt von Herausforderungen: Der/Die innere Kritiker:in, fehlende Unterstützung im Umfeld, gesellschaftliche Erwartungen. Manche berichteten von einem „nicht wohlwollenden“ Umfeld, das den Weg zusätzlich erschwert.

Gleichzeitig zeigte sich: Beziehungsarbeit bleibt unersetzlich. Empfehlungen, Netzwerke und gemeinsames Lernen sind die tragenden Säulen einer stabilen Selbstständigkeit.

Übungen zur Selbstreflexion

Sandra lud die Gruppe ein, sich mit den eigenen Alleinstellungsmerkmalen (USP) auseinanderzusetzen. Leitfragen waren u. a.:

  • Wer bin ich – und wer will ich nicht sein?
  • Wofür möchte ich bekannt sein?
  • Welches Problem oder Bedürfnis möchte ich unterstützen – und bei wem?

Dazu gab es eine kreative Übung: Jede:r formulierte drei persönliche Hashtags als berufliches Profil. Sehr vielfältig waren die Ergebnisse – von #Identität über #Veränderung bis hin zu #Ruhepol.

Eindrücke aus den Mentimeter-Umfragen

Die interaktiven Umfragen gaben zudem ebenfalls spannende Einblicke:

  • Die Teilnehmenden kamen aus ganz unterschiedlichen Feldern – von systemischer Beratung über Coaching bis Therapie.
  • Motive für die Teilnahme reichten von Neugier über den Wunsch nach Vernetzung bis hin zu konkreten Fragen rund um Teilselbstständigkeit und Online-Angebote.
  • Besonders schön: In der Abschlussrunde nannten viele Mut, Gedankenanstöße, Zuversicht und Rückenwind als wichtigste Mitnahmen.

Diese Resonanz zeigt uns immer wieder, wie sehr unser Systemischer Club als Raum für Austausch und Ermutigung geschätzt wird.

Weiterführende Tipps und Links

Ausblick

Der Abend endete mit einer ermutigenden Reflexionsrunde und dem Hinweis auf die nächste Gelegenheit zum Austausch: die Marketing-Sprechstunde am 9. September 2025.

Unser Fazit: Der Clubabend hat gezeigt, dass es Coaches nach wie vor braucht – aber vor allem jene mit seriöser Ausbildung, Haltung, Klarheit im Profil.

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